Otjiwarongo ist ein sehr unspektakulärer Ort. Beim ersten Hinsehen würde man sich nicht scheuen, die Bezeichnung verschlafen zu gebrauchen. Aber das trifft beim zweiten Blick dann aber eher auf den weißen Bevölkerungsteil zu, da hier die alltäglichen Geschäfte in der Regel ohne überbordende Hektik erledigt werden, wenn man nicht gerade Karneval feiert.

Auch der Verkehr ist so ruhig, dass man sich als Linksfahranfänger gut aufgehoben fühlt, denn die wenigen Autos rollen sehr gemächlich dahin und von der Hupe wird kaum Gebrauch gemacht.

Die nichtweiße Bevölkerung ist meist zu Fuß unterwegs und wohnt in den Außenbezirken der Stadt. Zum großen Teil in windschiefen und löchrigen, aus Blech, Plastik und Abfallholz zusammengebauten Hütten.

In den Konsumtempeln des Zentrums trifft man dann auch im wesentlichen Weiße und die nichtweiße Oberschicht an. Dort findet man in den Regalen von Semmelknödeln bis zur Zungenwurst alle Köstlichkeiten der deutschen Küche. Daneben gibt es natürlich auch einheimische Produkte, wobei einheimisch in diesem Falle “südafrikanisch” ist. Fast sämtliche Lebensmittel werden nach Namibia importiert, nur Rindfleisch gibt es im Überfluss aus einheimischer Produktion. Dementsprechend groß sind die Fleichportionen. Ein 250 gr. Steak wird als Lady-Steak bezeichnet, der richtige Mann vertilgt mindestens ein 500 gr. Steak.

Gleich außerhalb von Otjiwarongo liegt eine kleine Lodge, auf deren Gelände man zwischen Gnus, Giraffen, Zebras und verschiedenen Gazellen spazieren gehen kann. Eine feine Sache und man hat den Eindruck in Afrika zu sein.

Im hiesigen Herbst (unserem Frühjahr) ist es in Otjiwarongo durch die Regenfälle des Winters herrlich grün. In unserem Sommer dagegen dominieren die Brauntöne und durch die anhaltende Trockenheit ist es sehr staubig.