Wasser: Krisenstufe erreicht

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bedingt durch die anhaltende Dürre schrillen nun in Namibia sämtliche Warnglocken. Für die Zukunft werden harte Zwangsmaßnahmen angekündigt. um endlich den Wasserverbrauch zu reduzieren.
Umso verwunderlicher ist es, dass in vielen Kommunen immer noch darauf verzichtet wird wassersparende Sanitärsysteme, wie z.B. die Otji-Toilette einzusetzen.
Do, 2016-03-03 02:00 — Allgemeine Zeitung
Stadtrat ruft höchste Alarmstufe zur Einsparung auf – es fehlt an Aufklärung
Durch den Wassermangel in den drei Versorgungsdämmen von Windhoek – Von Bach, Swakopforte und Omatako – ist der Stadtrat genötigt, die höchste Alarmstufe auszurufen, während die Trinkwasserlieferung durch NamWater und die Stadtverwaltung bis zu 50 % gedrosselt wird.
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    Jeder Tropfen zählt. Die Stadt Windhoek hat die höchste Alarmstufe “Wasserkrise” (water crisis) erreicht. Zwangsmaßnahmen stehen ins Haus. Foto: Marc Springer

Von Eberhard Hofmann, Windhoek

„Wir haben in der Wasserversorgung die Krisenstufe erreicht“, erklärte Scheifert Shigwedha, ein Sprecher der Stadt Windhoek in dieser Woche ergänzend zur jüngsten Stadtratssitzung. „Für die Notmaßnahmen dieser Stufe haben wir einen Zeitplan, und auch die Stadtpolizei wird zur Ausführung dieser Maßnahmen eingebunden.“ So wie sich die Dürre verschlimmert, werden die Maßnahmen zwingend, teurer und manchmal „aufdringlich“, heißt es auf der Agenda des Rates.

Die Stadt hat ein breites Spektrum an Interventionen zu Papier gebracht, die je nach Beurteilung der Dringlichkeit der Lage und der faktischen Bestandsaufnahme mehr oder weniger zwingend durchgeführt werden. Bei der Beurteilung gehen die Stadträte von vier Dringlichkeitsstufen aus: 1. Wassermangel, 2. Dürre – trocken bis extrem trocken, 3. Extreme Dürre, und 4. Wasserkrise – außerordentlich trocken und Wassermangel. Für die vier Stufen sind nacheinander abgestimmte und gesteigerte Maßnahmen angesagt, bzw. werden angedroht, die auf der Stufe 4 mit der zwangsweise reduzierten Lieferung um 50% den Verbraucher und das Gewerbe ohne Alternativen berühren oder unter Druck setzen.

Obwohl der Stadtrat sich einig ist, dass infolge der rapide schwindenden und zur Neige gehenden Wasserreserven im Drei-Dämme-System jetzt die Alarmstufe 4 mit dem Titel „Water Crisis“ erreicht ist, bleibt es erstaunlich, dass diese Beurteilung und die auf der Agenda angesagten Maßnahmen noch nicht durch städtische Aufklärungs- und Bewusstseinskampagnen in alle Winkel der Stadt getragen werden. Der Rat hat jetzt lediglich beschlossen, das Strategische Exekutivkomitee für Infrastruktur, Wasserbau und Technik mit weitgehenden Vollmachten auszustatten, die mit dem (derzeit amtierenden) Stadtdirektor abgestimmt werden müssen.

Ab der Alarmstufe 3 sind schon strenge Sparmaßnahmen angesagt: 25- bis 35% Verminderung des Verbrauchs bei Festabnehmern, wobei die Stadt auf einer Sparskala zwischen 15% für Hausverbrauch und 50% Einsparung bei Außerhausverbrauch differenziert. Hinzu kommt unter anderen eine Wassertarifsteigerung (Details sind auf der Tagesordnung nicht angegeben), die zum Sparen anregen und die der Stadt mehr Mittel zur Wasserbeschaffung in die Kasse bringen soll.

Auf der Krisenstufe 4 ist Wasserrationierung auf unbestimmte Zeit angesagt, um essentielle Dienstleistungen abzusichern. Die Stadt verlangt hier von Festabnehmern eine Einsparungsrate von 50%, derweil der Außerhausgebrauch total untersagt wird. Die Stadt befürchtet, dass es im extremen Fall der Stufe 4 unumgänglich werde, dass die Regierung und der Privatsektor Bauprojekte hinauszögern und dass Privatentwicklung und Renovierung abgebrochen werden müssen. Es sollten alternative, Wasser-sparende Baumethoden angewandt werden.

Wassermangel führt zu Verboten

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Alle Aufrufe zum Wassersparen, die seit Monaten von der Stadtverwaltung von Windhoek an die Bürger und Behörden gerichtet werden, verhallen weitgehend ungehört. Von dem Ziel 25 Prozent des Wasserverbrauches einzusparen, ist man weit entfernt. Bislang konnte der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 2,5 gesenkt werden.

wasser-sparen1 Angesichts des sich weiter verschärfenden Wassermangels greift die Kommune nun zum drastischen Mittel  der Verbote, die bei Zuwiderhandlung auch mit Strafen belegt werden sollen.

Mit sofortiger Wirkung unterliegt der Wasserverbrauch folgenden Einschränkungen:

- Das Wässern von Rasenflächen, Blumen und Gemüse ist verboten; Bäume und Sträucher dürfen nur einmal in zwei Wochen Wasser bekommen.
- Autos dürfen nicht mehr zuhause, sondern nur noch bei kommerziellen Waschanlagen gewaschen werden.
- Öffentliche Parkanlagen und Sportplätze dürfen nicht mehr mit Trinkwasser, sondern nur mit teils aufbereitetem Wasser aus einem genehmigten Anschluss bewässert werden.
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Eine Abdeckung für Schwimmbäder ist Vorschrift, die Becken dürfen zudem nicht mehr aufgefüllt werden.
- Sämtliche Brunnen, künstliche Wasserfälle und Teiche müssen stillgelegt und dürfen nicht mehr aufgefüllt werden.

Es bleibt zu hoffen, dass die Kommune zukünftig vermehrt auf wassersparende Technologien zurückgreifen wird und beispielsweise in Windhoeks Neubaugebieten die Installation von Trockentoiletten verbindlich vorschreibt.

Weitere Informationen in einem Artikel der AZ vom heutigen Tage: ” Verbote zum Wassersparen”

Solarkraft auf dem Vormarsch

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so titelt die Allgemeine Zeitung in Namibia heute.

Hintergrund des Artikels ist, dass im Dezember in Otjiwarongo ein Solarkraftwerk mit 5 MW-Leistung in Betrieb gehen soll. Dies wäre dann die größte bis dahin installierte Solaranlage in Namibia. Der Stromversorger CENORED hat sich für diese fortschrittliche Energieerzeugung entschieden, um die Stromversorgung der Stadt langfristig sicher zu stellen. Installiert wird die Anlage durch die Firma HopSol, mit Sitz in Windhoek.

Luftbild der Solaranlage (Bildquelle HopSol)

Luftbild der Solaranlage (Bildquelle HopSol)

So fortschrittlich Otjiwarongo nun auf dem Energiesektor ist, so rückschrittlich ist die Kommune, wenn es um eine alternative Abwasserentsorgung geht. Nach einem Beschluss der Kommune müssen alle Neubaugebiete an die städtische Kanalisation angeschlossen werden. Die Otji-Toilette, die bisher in vielen Siedlungsgebieten eingesetzt wurde,  darf nicht mehr installiert werden. Damit wird auf eine  kostengünstige, aber in erster Linie auf eine wassersparende und  ökologische Lösung verzichtet. Es ist zu erwarten, dass sich die Kosten für die Abwasserentsorgung deutlich erhöhen werden und viele der ärmeren Haushalte die Beiträge nicht werden entrichten können. Gleichzeitig wird der Wasserverbrauch in die Höhe schnellen und die ohnehin vorhandene Wasserkrise deutlich verschärfen. Wie die bisherigen Erfahrungen gezeigt haben, wird die Instandhaltung der aufwendigen Infrastruktur, kaum bezahlbare Folgekosten mit sich bringen. Die Folge wird eine schnell marode und kaum funktionsfähige Abwasserentsorgung sein.

anhaltende Trockenheit zwingt in Namibia zum Wassersparen

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Die Dämme in Namibia sind fast leer. Wasser ist in dem trockenen Land einmal mehr zum raren Gut geworden. Doch die Mahnungen und Appelle der Regierung , der Wasserversorger und von Umweltschützern,  sparsam mit Wasser umzugehen, verhallen bislang weitgehend ungehört. Selbst in Regierungseinrichtungen wird oftmals  durch Nachlässigkeit und mangelnde Instandhaltung  Wasser verschwendet.

Geht die Entwicklung des sorglosen Umganges mit dem kostbaren Nass so weiter wie bisher, ist nicht nur ein sich gerade anbahnender Aufschwung der heimischen Industrie gefährdet.  In erster Linie wird die Bevölkerung Namibias unter den sich abzeichnenden Wassersparmaßnahmen zu leiden haben und auch die Landwirtschaft und der Tourismus werden in eine Krise geraten.

Wassersparen ist  aber nicht erst seit heute das Gebot der Stunde.  Seit vielen Jahren wird versucht mit den verschiedensten Wasserspartechnologien den Verbrauch auf einem vertretbaren Niveau zu halten.

Eine dieser Technologien ist eine in Otjiwarongo entwickelte Trockentoilette, die völlig ohne Wasser auskommt. Die sogenannte Otji-Toilette bzw. der neu entwickelte UDS-Bowl (Urine Diversion Bowl) kann im trockenen Namibia  einenbedeutenden Beitrag zur Eindämmung des stetig steigenden Wasserverbrauches leisten.

UDS-Bowls

Lager mit UDS-Bowls

Nach einigen Anlaufschwierigkeiten ist die Herstellung, speziell der UDS-Bowls (in der Toilettenschüssel wird der Urine von den Fäkalien separiert), nun richtig in Schwung gekommen. Die von Peter Arndt betriebene Firma  Eco Solution cc , hat in Otjiwarongo durch Aufträge des Landwirtschaftsministeriums im Laufe der letzten Monate über 1.000 dieser Toilettenschüsseln produziert. Die Toiletten wurden  in erster Linie in den ländlichen Gebieten Namibias installiert und sorgen dort dafür, dass sich die hygienischen Bedingungen der ländlichen Bevölkerung entscheidend verbessern.

Doch die Technologie der Ojti-Toilette und ganz besonders in Kombination mit dem UDS-Bowl,  hat bereits vorher in hunderten Fällen gezeigt, dass ihr Einsatz praktisch überall, wo  weder fließendes Wasser noch eine Kanalisation zur Verfügung steht, möglich und sinnvoll ist.

Weiter Information bei Eco Solution cc:

Cell: 00264 (0)81 1291 901
Fax: 00264 (0)88 6556 497
mailto:eco@otjitoilet.org

Mehr über die aktuelle Wassersituation in Namibia:

http://www.az.com.na/lokales/vereint-im-wassersparen.427533

http://www.az.com.na/wirtschaft/wassersorge-w-chst.427388

http://www.az.com.na/landwirtschaft/wassernot-bedroht-entwicklung.426821


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